59. Biennale in Venedig

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Die Biennale in Venedig findet bereits seit 1895 statt und ist damit die älteste Biennale und Kunstausstellung der Welt. Wie alle Biennalen – ein Sammelbegriff für Ausstellungen, Festivals oder Schauen – ereignet sie sich alle zwei Jahre. Auch Heinz Mack ist dieses Jahr mit einer umfangreichen Einzelausstellung dabei, die einen Querschnitt aus 60 Jahren seiner Arbeit zeigt.
Biennale Venedig

Traditionsreiche Kunstausstellung mit Einfluss

Ursprünglich als reine Verkaufsmesse geplant, hat insbesondere die in Venedig  jedoch einen großen Einfluss auf Entwicklungen am Kunstmarkt. Wem heutzutage die  Auszeichnung einer eigenen Ausstellung auf der Biennale zuteil wird, kann mit steigender Nachfrage, Wertentwicklung und Bekanntheit rechnen.

Den Kern der Biennale in Venedig bilden die Pavillons der verschiedenen Länder in den Giardini di Castello, den Gärten im venezianischen Stadtteil Castello. Zusätzlich gibt es jeweils eine von Kuratoren zusammengestellte Ausstellung, die man im Arsenale, einem Industriekomplex aus Schiffswerften, Lagerhallen und Werkstätten im Hafen Venedigs besuchen kann. In diesem Jahr hat die in Mailand geborene Cecilia Alemani die Zentralausstellungen im Arsenale und dem Padiglione Centrale unter das Label „Il latte dei sogni“ (Die Milch der Träume) gestellt. Alemani lebt in New York und ist seit 2011 die Donald R. Mullen Jr. Direktorin und Chefkuratorin von High Line Art.

In diesem Jahr stehen  wieder aktuelle Ereignisse im Fokus: der Krieg ist auf der Biennale angekommen. Der russische Pavillon bleibt als Zeichen gegen die Kriegstreiberei geschlossen. Dafür wurde eine zentrale Wiese in den Giardini zum Platz der Ukraine ernannt, die bisher nicht mit einem Pavillon vertreten war. Auf dem Platz der Ukraine wurden von ukrainischen Künstlern verkohlte Holzstrukturen aufgestellt und Sandsäcke, die an Kriegsschauplätze in Kiew oder Lwiw erinnern.

Ausgezeichnet: Heinz Mack mit eigener Ausstellung vertreten

Die Ehre einer eigenen Ausstellung kommt in diesem Jahre dem deutschen Künstler Heinz Mack zu. Er kehrt nach 50 Jahren auf die Biennale zurück. 1970 repräsentierte er Deutschland im nationalen Pavillon, dieses Jahr ist er mit einer umfangreichen Einzelausstellung bis zum 17. Juli in der Nationalbibliothek Biblioteca Nazionale Marciana im Herzen Venedigs vertreten.

Die Ausstellung ist ein Querschnitt aus 60 Jahren seiner Arbeit. Es werden ausgewählte Werke, vor allem großformatige Gemälde und Skulpturen gezeigt. Besonders imposant ist eine eigens für die Biennale geschaffene vier Meter hohe Spiegelskulptur, die sich wie der Rest der Ausstellung „Heinz Mack – Vibrations of Light“ mit dem Thema Licht auseinandersetzt.

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Auch auf arttrade ist Heinz Mack vertreten: Das Gemälde „Window“ von 2016 ist Teil der seit 1991 fortgeführten Reihe „Chromatische Konstellationen” und stammt direkt aus dem Atelier des Künstlers. Noch sind Token verfügbar, weitere Informationen zu diesem Investment und dem besonderen Werk finden Sie hier.

Deutscher Pavillon von Maria Eichhorn 

Daneben ist natürlich auch ein eigener deutscher Pavillon auf der Biennale vertreten. In dieser Ausgabe wird er von der Konzeptkünstlerin Maria Eichhorn präsentiert. Nach ihrer Ernennung als Vertreterin der Bundesrepublik in Venedig kursieren immer wieder Gerüchte, sie plane den Abriss des Pavillons. Das 1938 von Nazis erbaute Gebäude stand im Laufe der Biennale-Jahre häufig in der Kritik. 1993 hat der Künstler Hans Haacke die Bodenplatten aufbrechen lassen und damit den Grundstein für viele folgende kritische Auseinandersetzungen im Rahmen der Kunstausstellungen gelegt. Maria Eichhorn ist bekannt für kritische Auseinandersetzung und hat schon häufig überraschende Statements gesetzt. So gab sie beispielsweise bei einer Ausstellung in der gemeinnützigen Chisenhale Gallery in London allen Mitarbeitern frei, um deren Arbeitsbedingungen kritisch zu beleuchten.

 

 

Für ihre Gestaltung des deutschen Pavillons hat sie nun zu großen Teilen den Putz abschlagen, das Fundament freilegen und einige Teile des Bodens öffnen lassen. Das Projekt heißt „Relocating a Structure“ und besteht neben der Freilegung der Gebäudestrukturen auch aus Führungen durch die Stadt zu Schauplätzen der Enteignung und Judendeportationen. Als weiteren Teil des Projekts veröffentlichte sie einen Katalog mit Recherchen zur Geschichte des Gebäudes und kritischer Betrachtung der Immobilienentwicklung und dem Bevölkerungsrückgang in Venedig.

Die aufgrund der Pandemie um ein Jahr verschobene Biennale findet noch bis zum 27. November statt – ein Besuch lohnt sich.

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