Ist Fine Art eine gute Investition?

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Bevor Du in Fine Art investiert, solltest Du dir eine grundlegende Frage stellen: Ist Kunst eine gute Investition? Die Antwort vorweg: Ja – wenn Du in die richtigen Werke der richtigen Künstler*innen investierst. Hier erfährst Du, was Du über eine Investition in Kunst wissen musst, was “Fine Art” überhaupt ist, wieso sie so teuer sein kann und was ein Investment so besonders macht.

Für einige informierte Anleger*innen ist Kunst mehr als nur ein schönes Kulturgut, das man in einem Museum oder einer Ausstellung bewundern kann – Kunst ist für sie auch eine wertvolle Anlageklasse. Zu dieser Investorengruppe gehören vor allem Millennials, also Menschen, die zwischen den 1980ern und 1990ern geboren wurden. Keine andere Generation ist derart an Kunst als Anlageklasse interessiert und integriert sie so stark in ihre Investmentstrategie.

 

Was ist Fine Art?

Welche Kunst unter Fine Art fällt und welche nicht, ist nicht eindeutig geklärt. Per Definition ist Fine Art eine Teilmenge der bildenden Kunst – ganz im Gegensatz zu den darstellenden Künsten, wie dem Theater. Fine Art wird außerdem primär aus ästhetischen Gründen geschaffen, nicht aus praktischen oder monetären. Die Aussagekraft des Werkes steht also im Vordergrund. “Fine” – zu deutsch “schön” – bezieht sich außerdem auf die Qualität des künstlerischen Handwerks, das angewandt wurde. Beispielsweise muss eine tadellos geschaffene Skulptur nicht den Geschmack der Zeit treffen, um unter Fine Arts zu fallen – das Handwerk sollte aber einwandfrei angewandt worden sein.

Dass diese Definition nicht absolut ist, fällt jedoch bei einem Exkurs in die Kunstgeschichte auf: Viele Kunstwerke, die heute besonders berühmt sind, waren zu ihrer Entstehung Auftragsarbeiten – wurden also aus finanziellen Beweggründen geschaffen. Die Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle im Vatikan etwa zeigt das weltberühmte Motiv der Erschaffung Adams. Der Meister Michelangelo hat zweifellos einwandfreie Arbeit geleistet, aber eben im Auftrag des Papstes. Ob Michelangelo aus primär ästhetischen Gründen gehandelt hat, darf also bezweifelt werden. Dass es sich dennoch um Fine Art handelt, jedoch nicht.

 

unsplash.com – Die Fresken der Sixtinischen Kapelle.

 

Was macht Fine Art so teuer?

Fine Art kann sehr teuer sein – nicht selten werden Preise in Millionenhöhe für außergewöhnliche Werke aufgerufen. Diese Werke erfüllen in der Regel eine Reihe von Kriterien, nach denen alle Käufer*innen Ausschau halten: Dazu zählen der Bekanntheitsgrad und Ruf des Künstlers oder der Künstlerin, der Entstehungszeitpunkt und die Provenienz, ebenso wie der Zustand und die Außergewöhnlichkeit der Arbeit. Auf welche Kriterien es bei der Bewertung der Werke noch ankommt, haben wir übrigens in einem anderen Magazinbeitrag für dich aufbereitet, den du hier findest. Je mehr der wesentlichen Charakteristiken im Sinne potentieller Käufer*innen vorzufinden sind, desto höher ist das generelle Kaufinteresse und somit auch der Preis. Die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach den Werken der renommiertesten und bekanntesten Künstler*innen trifft außerdem in der Regel auf ein äußerst begrenztes Angebot. Das sorgt zusätzlich für Preissteigerungen einzelner Werke sowie des gesamten Oeuvres.

 

Kunst als Investment

Die Werke der etabliertesten und gefragtesten Künstler*innen – also die Blue Chips der Kunstwelt  – verlieren nur selten an Wert, was ihre Kunst zu einer interessanten Anlageklasse macht. Außerdem handelt es sich bei Kunst um eine Anlageklasse, die in nur sehr geringem Maße mit dem Kapitalmarkt korreliert: Das bedeutet, dass sich der Kunstmarkt weitestgehend unabhängig von den traditionellen Märkten entwickelt, weshalb Kunst auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten ein attraktiver Wertspeicher ist. Darüber hinaus handelt es sich bei begehrter Kunst um Kulturgüter, die mit viel Prestige verbunden sind und im Vergleich zu Aktien einen Innenraum schmücken können.

 

Was den Kunstmarkt so besonders macht

Der Kunstmarkt hat nur wenig mit traditionellen Märkten wie dem Aktienmarkt zu tun. Er wird vor allem durch zwischenmenschliche Beziehungen geprägt – ohne Zugriff auf ein entsprechendes Netzwerk wird es also schwierig, an die gefragtesten Werke zu gelangen. Außerdem solltest Du bedenken, dass der Informationsfluss auf dem Kunstmarkt ebenfalls stark durch menschliche Beziehungen geprägt ist: Während Insiderhandel auf dem Aktienmarkt illegal ist, ist es in der Kunstwelt akzeptiert und weit verbreitet, exklusives Wissen zu nutzen. Zum Beispiel, wenn Galerist*innen wichtigen Kund*innen mitteilen, dass eine Künstlerin oder ein Künstler eine große Museumsausstellung eröffnen wird. Dank solcher Informationen können Kenner*innen Kunstwerke kaufen, bevor sie durch bestimmte Events einen erwartbaren Wertzuwachs durchlaufen werden. Neben dem Netzwerk braucht es also auch Marktverständnis und entsprechendes Know-How, um effektiv in Kunst investieren zu können.

 

Ist Fine Art also eine gute Investition?

Wer sich auf dem Markt auskennt und die richtigen Werke auswählt, hat die Chance auf ein außergewöhnlich gut performendes Investment. Darunter fallen insbesondere Werke aus der Kategorie “Blue Chip”, also Werke der renommiertesten und gefragtesten Künstler*innen der Welt. Für ihre Werke besteht eine konstant hohe Nachfrage und in dieser Kategorie werden regelmäßig Rekordpreisen erzielt. Blue Chip Art ist in der Regel Fine Art und es kann sich sowohl um Alte Meister wie Da Vinci oder auch Zeitgenossen wie Gerhard Richter handeln.

 

alamy.de – Gerhard Richter, ein deutscher Blue Chip Künstler.

 

Investieren in Blue Chip Kunst

Dass es sich lohnt, in Blue Chip Kunst zu investieren, fällt vor allem bei einem Vergleich des Kunstmarktes mit dem Aktienmarkt auf. Den Wertzuwachs auf dem Kunstmarkt kann man besonders gut mithilfe des ArtPrice100 quantifizieren. Dieser Index spiegelt die Wertentwicklung der 100 wichtigsten Künstler*innen auf dem Kunstmarkt wieder und kann als Vergleichsindex – etwa zum S&P500 – herangezogen werden.

Betrachtet man jeweils die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate im Zeitraum von 2005 bis 2022, fällt auf, dass der ArtPrice100 den S&P500 signifikant outperformt. Ein weiterer interessanter Vergleich zwischen Kunst und den Finanzmärkten ist die Entwicklung während der Finanzkrise: 2009 stürzte der S&P500 im Vorjahresvergleich um 39 Prozent ein, während der ArtPrice100 ein minus von nur 12 Prozent aufwies. Der S&P500 gab also im Vergleich zum ArtPrice100 um mehr als das Dreifache nach. Kunst kann also nicht nur ein besonders attraktives, sondern auch verhältnismäßig krisenfestes Investment sein.

 

Investments in Blue Chip Kunst für alle

Mit arttrade kannst Du bereits ab 250 Euro in sorgfältig ausgewählte Blue Chip Kunst investieren. arttrade hat Zugang zu einem erlesenen Kunstnetzwerk und kann darüber den An- und Verkauf von Blue Chip Kunst zu exzellenten Konditionen durchführen. arttrade kümmert sich zusätzlich um die Verwahrung, Ausstellung und Versicherung der Kunst, so dass Du sorgenfrei in Kunst investieren und an der Wertentwicklung partizipieren kannst.

 

 

 

 

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