Leitfaden für das erste Kunstinvestment

· Reading Time: 8 minutes ·
Lange glaubte man, dass nur ein bestimmter Typus von Mensch über das Wissen, die Fähigkeiten und das Interesse verfügt, um erfolgreich in Kunst zu investieren. Zu lange beschränkte dieses Klischee den Zugang zur Kunstwelt auf bestimmte Menschen. Glücklicherweise hat sich diese Vorstellung in den letzten Jahren aufgelöst und die Idee, in Kunst zu investieren, ist zunehmend zum Mainstream geworden. In den letzten Jahren wurden viele Barrieren und Missverständnisse abgebaut und Brancheninsider*innen waren bereit, Außenstehende in den Kunstmarkt zu integrieren. Hier erfährst Du alles, was Du für dein erstes Kunstinvestment wissen solltest.

Schritt für Schritt zu deiner ersten Investition in Kunst

Lange glaubte man, dass nur ein bestimmter Typus von Mensch über das Wissen, die Fähigkeiten und das Interesse verfügt, um erfolgreich in Kunst zu investieren. Zu lange beschränkte dieses Klischee den Zugang zur Kunstwelt auf Menschen einer bestimmten Schicht, mit einem bestimmten Bildungsniveau und großen finanziellen Möglichkeiten.

Glücklicherweise hat sich diese Vorstellung in den letzten Jahren aufgelöst und die Idee, in Kunst zu investieren, ist zunehmend zum Mainstream geworden. In den letzten Jahren wurden viele Barrieren und Missverständnisse abgebaut und Brancheninsider*innen waren bereit, Außenstehende in den Kunstmarkt zu integrieren.

Letztlich ist investieren in Kunst eine Chance, die jedem offen steht – und das Einkommen hat damit wenig zu tun. Mit viel Recherche, guter Planung und ein wenig Wissen über die Kunstwelt kann dies eine erstaunlich gute Investitionsmöglichkeit darstellen.  Du fragst dich, wo Du anfangen sollst? In unserem Leitfaden für das erste Kunstinvestment erfährst Du alles, was Du wissen musst.

Warum in Kunst investieren?

Die jüngsten großen Auktionsverkäufe haben den Markt für bildende Kunst in Aufruhr versetzt. Bei einer Auktion im Mai 2022 wurde beispielsweise das berühmte Gemälde Shot Sage Blue Marilyn (1964) des Künstlers Andy Warhol für rekordverdächtige 195 Millionen Dollar verkauft.

Der Jahresbericht 2022 von Art Basel und UBS Global Art schätzt, dass die weltweiten Kunstverkäufe im Jahr 2021 die Marke von 65,1 Milliarden Dollar überschritten haben. Dies entspricht einem Anstieg der Verkäufe um 29 % gegenüber 2020 und übertrifft das Niveau von 2019, vor der Pandemie. Es wurde außerdem festgestellt, dass sich das Verkaufsvolumen trotz Covid-19 schnell erholte und noch 2021 um 17 % auf geschätzte 36,7 Millionen Transaktionen anstieg.

 

Geringe Korrelation zu traditionellen Märkten

Bei jeder Investition sollte das Risiko beachtet und bewertet werden. Das Marktrisiko bezieht sich auf das systematische Risiko, das dem Aktienmarkt innewohnt und nicht weg diversifiziert werden kann. Unabhängig davon, in wie viele verschiedene Indexfonds Du investierst, wirst Du bei einem Marktabschwung Kapital verlieren. Kunst hingegen ist nicht an einen Aktienindex oder Markt gebunden. Kunst ist eine Kapitalanlage, die sich unabhängig von traditionellen Vermögensgegenständen entwickelt.

In einem Bericht von Deloitte wurde die Korrelation zwischen Kunst und weiteren Anlageklassen untersucht. Das Ergebnis der Untersuchung ist bemerkenswert: Der Kunstmarkt korreliert nur im geringen Maße mit traditionellen Märkten. Von Hochs und Tiefs an den Märken wird der Kunstmarkt dementsprechend nur geringfügig beeinflusst. Die Korrelationsfaktoren im Zeitraum von 2000 bis 2021 des Kunstmarktes und dem S&P500, dem globalen Aktienmarkt und dem US Wohnungsmarkt liegen alle nahe Null. Eine Ausnahme stellt nur der Markt für Gold dar, wenn man ihn mit dem Kunstmarkt vergleicht: hier beträgt der Korrelationsfaktor 0,39.

 

arttrade.io – Korrelationsfaktoren zwischen Kunst und traditionellen Vermögensanlagen (2000-2021)

 

Kein Preisverfall

Kunst kann eine Wertsteigerung bewirken und tut dies auch oft, doch ein weiterer großer Vorteil von Kunst als Vermögenswert ist der ausbleibende Wertverlust. Im Gegensatz zu anderen Sachwerten wie Häusern und Autos verliert beispielsweise ein Gemälde, das jahrelang an der Wand hängt,  nicht an Wert. Wenn überhaupt, ist ein 500 Jahre altes Gemälde heute sogar wertvoller als zu der Zeit, als es in Auftrag gegeben wurde.

Vergleicht man den Artprice100, ein Index, der die 100 relevantesten Künstler*innen auf dem Kunstmarkt repräsentiert und den S&P500, lohnt sich ein Blick auf die jeweilige Rendite. Die jährliche Rendite des Artprice100 seit der Jahrtausendwende und September 2018 lag bei 14%, während der S&P 500 im selben Zeitraum nur 9,5% p.a. generierte. Der Artprice100, Kunst als Investment, outperformt offenbar konstant die Rendite des S&P500.

 

Performanz von Artprice100 vs. S&P500
arttrade.io – Performanz von Artprice100 vs. S&P500

 

Ästhetischer Wert

Wie schön sind die Aktien in deinem Depot anzusehen? Höchstwahrscheinlich hält sich die Schönheit der Zahlen und Eurozeichen in Grenzen, während es eine Freude ist, die Schönheit von Kunstinvestments zu genießen. Darin liegt ein zusätzlicher Wert von Kunst, weshalb sie von den Käufer*innen auch so sehr geschätzt wird.

 

Welche Risiken und Herausforderungen birgt eine Investition in Kunst?

Wie bei jeder Investition gibt es Überlegungen, die bei der Entscheidung für oder gegen ein Kunstinvestment anzustellen sind, denn auch Investments in Kunst sind nicht frei von Risiken und Herausforderungen.

 

Illiquide und langfristige Anlage

Investitionen in Kunstwerke ähneln Immobilien und Oldtimern: Im traditionellen Handel sind Kunstwerke äußerst illiquide Vermögenswerte, die nicht ohne Weiteres für schnelles Geld verkauft werden können. Selbst für wertvolle Kunstwerke ist es häufig schwierig eine Interessentin oder einen Interessenten zu finden, die/der  bereit ist einen angemessenen Preis zu zahlen. Es erscheint also als logisch, dass der Verkauf unter Zeitdruck nur noch schwieriger wird. Investitionen in Kunst sollten Teil einer größeren, langfristigen Anlagestrategie sein und Du solltest nicht erwarten, dass Kunst regelmäßige Erträge abwirft oder leicht liquidiert werden kann.

 

Kosten und Gebühren

Investitionswürdige Kunstwerke haben selten einen geringen Einstiegspreis. Natürlich gibt es Kunst-Investmentfonds – oder wie bei arttrade die Möglichkeit, mittelbar und anteilig in die Werke zu investieren, sodass Anleger*innen ihr Portfolio um Kunst erweitern können, ohne hohe Preise zahlen zu müssen. Wenn Anleger*innen planen ein Kunstwerk direkt zu erwerben, müssen jedoch in der Regel große Summen investiert werden.

Zusätzlich zum Kaufpreis müssen Kosten für Handhabung, Lagerung und Versicherung, die alle mit hohen Gebühren verbunden sein können, berücksichtigt werden. Kunstinvestor*innen planen deshalb Kunstwerke über lange Zeiträume zu halten, um mit der Wertsteigerung mindestens die “laufenden Kosten” zu decken.

 

Fälschungen und Zerstörungspotential

Der Markt für Sammlerstücke ist gezeichnet von Fälschungen und Anleger*innen, die sich nicht gut mit Kunstbewertung auskennen, können leicht Opfer von Kriminellen werden. Wie bei jeder anderen Investition, ist es daher wichtig sich vor dem Kauf genauestens zu informieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um sich vor Betrug zu schützen:

  • Prüfe das Echtheitszertifikat
  • Recherchiere die Auflagennummer
  • Überprüfe die Materialien

Eine weitere Möglichkeit, um nicht auf eine Fälschung hereinzufallen, ist die Zusammenarbeit mit Expert*innen oder einer dritten Partei, z.B. einem Auktionshaus oder Gutachter*innen. Die Investition in Kunstfonds oder Anteilsscheine minimiert ebenfalls das Risiko für den Anleger*innen mit einer Fälschung betrogen zu werden.

 

Mangel an Informationen

Bei Investitionen in Aktien, Anleihen oder anderen traditionellen Vermögenswerten gibt es in der Regel keinen Mangel an Informationen. Da es sich um öffentlich gehandelte Werte handelt, bietet hier der Markt einen umfangreichen Zugang zu Informationen. Für Kunst gilt das leider nicht: Der Zugang zu Informationen ist leider oft sehr begrenzt, da der Großteil der Transaktionen im stillen privaten stattfindet.

Abgesehen davon, dass es keinen offenen Zugang zu Informationen gibt, kann es auch schwierig sein Vergleichswerte zu finden, wenn man eine Kunstinvestition erwägt. Wenn ein vergleichbares Kunstwerk einen Wert von 15.000€ besitzt, bedeutet das nicht, dass das Kunstwerk, das Du besitzt, denselben Preis erzielen würde.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Vermögenswerten ist Kunst oft einzigartig, so dass es schwierig ist, immer einen genauen Vergleich zu finden. Es gibt viele Faktoren, die bei der Bewertung von Kunst eine Rolle spielen, darunter der Zustand des Werkes, die Provenienz, aktuelle Galerie Preise, der Bekanntheitsgrad des Künstlers oder der Künstlerin und noch viel mehr.

 

Arten von Kunst, in die Du investieren kannst

Eine der wichtigsten und grundlegendsten Entscheidungen bei der Zusammenstellung deines Kunstportfolios ist die Entscheidung, was Du kaufen möchtest. Ähnlich wie bei anderen Anlageklassen gibt es Unterkategorien, in die Kunst unterteilt werden kann. Diese verschiedenen Arten von Kunst unterscheiden sich auch im Bezug auf die erwarteten Renditen und den Zugang.

 

Alte Meister

Alte Meister sind die Kunstwerke, die Du wahrscheinlich aus Museen oder sogar noch dem Kunstunterricht kennst. Es handelt sich dabei um Werke, der berühmtesten Künstler*innen der Welt, die Prestige, Berühmtheit und einen hohen Preis verbinden. Beispielsweise das berühmtestes Gemälde der Welt, die Mona Lisa, wurde von einem Alten Meister, Leonardo da Vinci, geschaffen. Neben Da Vinci gibt es noch zahlreiche weitere Alte Meister, wie Michelangelo oder Masaccio.

 

unsplash.com – Leonardo da Vincis Mona Lisa. Das berühmteste Gemälde der Welt ist ein Alter Meister.

 

Blue-Chip-Kunst

Der Begriff “Blue Chip Art” leitet sich aus dem Finanzbegriff für Blue-Chip-Aktien ab und bezieht sich ursprünglich auf Unternehmen mit einer soliden Erfolgsbilanz im Bezug auf Nachhaltigkeit und Rentabilität. Blue-Chip-Kunst ist zwar nicht so wertvoll wie die Werke alter Meister, stammt aber von bekannten Künstlern*innen mit einer dauerhaften kulturellen Anziehungskraft wie Picasso, Basquiat oder Warhol. Blue-Chip-Kunstwerke werden in der Regel für mehr als 10.000€ pro Stück verkauft.

Blue-Chip-Kunst macht einen bedeutenden Teil der Kunstinvestments aus, sowohl durch den Kauf von Kunstwerken, die in Einzelkonten gehalten werden, als auch durch den aufstrebenden Trend zum mittelbaren und anteiligen Investment in zeitgenössischer Kunst. Unterhalb kannst Du ein Werk des deutschen Künstlers Gerhard Richter betrachten, das die Onlineplattform arttrade in Form von digitalen Wertpapieren auf den Markt gebracht hat.

 

 

arttrade.io – Gerhard Richter Ohne Titel

 

Kunstfonds

Wenn der Kauf eines Kunstwerks das Budget oder die Expertise von Anleger*innen überfordert, helfen Kunstfonds diese Lücke zu schließen. Anleger*innen können den gesamten Kunstmarkt oder ein Segment des Marktes kaufen, indem sie Anteile an einem Kunstindex erwerben.

 

Aufstrebende Künstler

Der Kunstmarkt ist voll von Künstler*innen, die sich erst noch einen Namen machen oder in der Welt der Blue-Chips Fuß fassen müssen. Aufstrebende Künstler*innen produzieren oft qualitativ hochwertige Werke zu einem Bruchteil des Preises von Blue-Chip-Kunstwerken, da sie noch nicht über den entsprechenden Bekanntheitsgrad verfügen.

Kenntnisse über Kunstwelt und Kunstmarkt sind hier hilfreich, so dass Einsteiger*innen wahrscheinlich nicht über den nächsten Andy Warhol stolpern werden. Diese Form des Investierens ist im Vergleich zu Investitionen in Alte Meister oder erstklassige Werke hoch spekulativ.

 

Wie man in Kunst investiert

Es gibt sowohl Primär- als auch Sekundärmärkte für Kunst. Auf dem Primärmarkt kauft man direkt von Künstler*innen oder einer Galerie und ist somit die erste Käuferin oder der Käufer in der Geschichte des Werkes. Jedes Kunstwerk wird nur einmalig auf dem Primärmarkt gehandelt und wird bereits zum zweiten Verkauf nur noch auf dem Sekundärmarkt zu finden sein.

 

Auktionshäuser

Auktionshäuser sind bekannt für ihr agieren auf dem Sekundärmarkt. In der Regel verkaufen Auktionshäuser Kunstwerke, die sich in ihrem Besitz befinden und mit denen sie versuchen einen Gewinn zu erzielen. Auktionshäuser gibt es sowohl persönlich als auch online. Die bekanntesten Auktionshäuser der gehobenen Klasse sind Sotheby’s und Christie’s. Kleinere Auktionshäuser wie Artfinder und Society6 können einem Kleinanleger*innen Zugang zu weniger bekannten Kunstwerken verschaffen.

Bei Auktionshäusern zahlt die Käuferin oder der Käufer häufig einen Aufschlag, der bis zu       30 % des Verkaufspreises ausmachen kann. Dieser Aufpreis kann für Erstkäufer*innen schockierend wirken.

 

Kunstgalerien

Kunstgalerien bieten potenziellen Käufer*innen die Möglichkeit eine große Auswahl an Werken zu sehen. Galerien haben außerdem bereits eine Auswahl an Kunstwerken zusammengestellt, die zumindest nach Ansicht der Kuratorin oder des Kurators wertvoll sein könnten oder werden. Viele Kunstgalerien sind Primärmärkte – sie stellen Originalwerke aus, die zuvor noch nicht verkauft wurden.

 

unsplash.com – Kunstgalerie

 

Kunstmessen

Auf Kunstmessen können Investor*innen direkt von Künstler*innen kaufen. Diese Messen können eine gute Gelegenheit sein, aufstrebende Künstler*innen zu entdecken. Auf Kunstmessen lassen sich wunderschöne Werke finden und selbst wenn Du nicht beim nächsten Basquiat kaufst, kann dein Kauf deine Wand schmücken und möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt mit Gewinn weiterverkauft werden.

 

Kunstfonds und anteilige Investitionen

Der einfachste Weg für Einsteiger*innen ohne viel Kapital und Expertise ist der Erwerb von Anteilen an einem Werk – oder das mittelbare, anteilige Investment wie bei arttrade. So können viele Investorinnen und Investoren gemeinsam in Anteile an einem Kunstwerk.

Das funktioniert so: Eine Plattform wie arttrade kauft ein Kunstwerk und ein einzelne Anleger*innen können über den Kauf sogenannte Security Token – also digitaler Wertpapiere – mittelbar in das Kunstwerk investieren. Nach dem Kauf haben Anleger*innen Anspruch auf ihren Anteil der Gewinne, sobald das Kunstwerk wieder verkauft wurde.

Die Nutzung einer Plattform wie arttrade ist für Investitionen in digitale Wertpapiere der einfachste und kostengünstigste Weg, um in den Kunstmarkt einzusteigen. Erstens haben Expert*innen den Großteil der Arbeit rund um den Kunstkauf sorgfältig für dich erledigt. Zweitens benötigen Anleger*innen deutlich weniger Kapital, da sie das Kunstwerk nicht vollständig erwerben müssen.

Zusätzlich gibt es ein Element der Liquidität, wenn Du mit einer Plattform arbeitest, die es dir ermöglicht, Anteile auf einem Sekundärmarkt zu kaufen und zu verkaufen.

Über den Autor
arttrade
Mehr Kunstwerke, mehr Diversifizierung

Mehr Auswahl für dein Portfolio